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Dekan Johann Leisentritt erlaubte als Verwalter (Administrator) des Bistums Meißen dem Rat zu Kamenz 1565 das Kloster mit all seinen Gebäuden und Gärten in Besitz zu nehmen. Ursache des Niederganges des Klosters war, dass die Kamenzer Bevölkerung seit der Reformation immer mehr zu den Lutherischen Lehren tendierte. Somit erhielten die Mönche auch immer weniger Wohltaten. 1564 lebten im Kloster nur noch drei Mönche. Der Rat der Stadt übernahm es vom Kapitel der Franziskaner zu Bechin unter besonderen Bedingungen, deren wichtigste waren: dass das Kloster zu Schulzwecken verwendet, dass in der Klosterkirche wendisch gepredigt und dass der letzte verbliebene Mönch Adam bis zu seinem Tod durch die Stadt versorgt würde.

An Resten der alten Stadtmauer waren Wirtschaftsgebäude angebaut, dieser Bereich wurde Marstall genannt. Das bedeutet, dass sich zur Zeit der Existenz des Klosters und darüber hinaus in einem oder mehreren Nebengebäuden Pferdeställe befanden.

Trat der Bürger  im frühen 18. Jahrhundert aus dem Klostertor, so schritt er geradeaus durch die damalige Schüler- oder kleine Klostergasse. Schritt er nach links, so marschierte er bis zum Markt durch die damalige Ziegengasse und anschließend durch die Viehgasse (heute „Zur Schule“), wie es ein  Stadtplan von 1804 auswies. Auch dieser Name ist nicht ganz abwegig, da es durchaus möglich ist, dass die Kamenzer Bewohner über diese Gasse ihr Vieh und die Borstentiere zum Schweine- und Viehmarkt trieben. Rechts herum - Richtung Pulsnitzer Straße - war es die große Klostergasse.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts haben auf dem ehemaligen Wirtschaftshof Viehmärkte stattgefunden. Dies ist durchaus verständlich, da sich vor dem Hotel „Stadt Dresden“ der Schweinemarkt befand.

Aus den Grundbuchakten konnte in Erfahrung gebracht werden, dass der einzige noch erhaltene Kaufbrief auf den 26. September 1669 datiert ist.

Verbleiben wir bei dem Balkon des Klostertors mit der Initiale „B“. Wilhelm Gottfried Brescius war von 1803 an, immer an den ungeraden  Jahren (1805,1807 etc.) bis 1823 und im Jahr 1823 Bürgermeister der Stadt Kamenz. Er teilte sich sozusagen sein Amt mit dem Bürgermeister Carl Gottlieb Näumann, der in den Zwischenjahren (1804,1806 etc.) sowie 1828 und 1829 regierte.

Am 26. Mai 1796 erwarb Brescius das Grundstück, verkaufte es am 15. September 1835 aus finanziellen Gründen  für 3.000 Taler an den Kaufmann und Stadtrat Johann Traugott Berndt weiter.


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Aus alten Tagen